Objektiv



Der Mensch im Bild - wie Ihr Foto gelingt


Seine Mitmenschen gekonnt mit der Kamera festzuhalten, ist eine besondere Herausforderung. Damit das Vorhaben gelingt, sind einige wichtige Regeln zu beachten.

Um ein gutes Porträtfoto zu machen, spielt Licht eine vorherrschende Rolle.

Gedämpftes Licht wie leicht bewölkter Himmel, Kerzenschein und beginnende Dämmerung bringt immer weiche Konturen - hervorragend für Frauenporträts. Allerdings eine Herausforderung für die richtige Belichtung und nicht zu verwackeln. Direkte Sonne dagegen liefert harte, unvorteilhafte Schattierungen.

Fotografieren Sie auch gegen das Licht, die meisten Kameras haben heute eine automatische Gegenlicht-Einstellung dafür. Den Blitz sollte man hier weglassen, er sorgt zwar für mehr Schärfe, die Lichtstimmung wird aber natürlich verfälscht.

Gegen die Sonne fotografiert bringt möglicherweise ein hübsches Gegenlicht und ist für das Modell entspannender. Dann sollten Sie die Umgebung etwas überbelichten, da sonst das Gesicht, was im Schatten liegt, zu dunkel werden kann. Auch können sie der Person etwas großes helles in die Hand geben, was nicht auf dem Foto landet, dessen Reflexionen aber das Gesicht etwas aufhellen. Z.B. eine Zeitung, ein Buch, ein Ball...

Ein einfarbiger Hintergrund ist für reine Gesichtsporträtaufnahmen sinnvoll, in der freien Natur z.B. das Meer oder eine Wiese ohne störende Elemente. Falls nur bunter Hintergrund vorhanden ist, kann man alternativ mit kleiner Blende und Teleeinstellung und damit geringer Tiefenschärfe arbeiten. Der Hintergrund wird dadurch unscharf und das Porträt hebt sich sehr gut ab. Das sieht sehr ansprechend und professionell aus, obwohl es nur ein einfacher Trick ist.

Handelt es sich bei Ihrem Vorhaben um ein Situationsfoto, wie Kinder beim Spielen oder den Freund beim Surfen, kann die Perspektive zusätzliche Spannung in das Bild bringen - eine etwas schräg gehaltene Kamera erzeugt Dynamik. Wird die Umgebung miteinbezogen, kann das der Person zusätzlichen Ausdruck verleihen. Denken Sie daran, das Foto sollte eine kleine Geschichte erzählen. Dann wird es auch in Erinnerung bleiben und nicht in der Schublade landen. Auf Fotos von Handwerkern sollte unbedingt das Werkzeug mit drauf, das Kamel beim Kamelhändler, die Gewürzschale des Verkäufers, etc.

Nachbearbeitung ist übrigens heute üblich und kann kleine Fehler ausgleichen, Schärfen, Farbtöne, Bildausschnitt nachbessern usw. Für kreative Seelen kann auch z.B. aus einem Porträt ein Andy Warhol-Remake entstehen. Manchmal bringt auch die reine Konvertierung in ein Schwarz-Weiss- oder Sepia-Foto (alt/vergilbt) erstaunlichen Ausdrucksgewinn.

Für das grosse Party- bzw. Eventfoto muss man jedoch noch andere Dinge beachten:
Wenn Sie den Blitz einsetzen, verfälscht das die natürliche Stimmung, er sollte also nur wenn unbedingt nötig verwendet werden. Ein Einbeinstativ kann eine große Hilfe sein, ein verwackeltes Bild wünscht sich niemand. Wer kein Stativ hat, kann den Ellenbogen auch gegen eine Wand oder Laterne lehnen, um still zu halten.

Da man bei schlechter Beleuchtung meist mit offener Blende arbeitet, sollte man sich so postieren, dass sich die gewünschten Motive gut vom Hintergrund abheben, auch wenn dieser unscharf wird. Das bringt Leben und Dynamik in das Foto.

Gehen Sie nah an eine interessant wirkende Gruppe heran bzw. zoomen Sie ungeniert, nur so können Sie das temperamentvolle Tanzpaar oder die sangria-schlürfende Partygruppe richtig in Szene setzen. Versuchen Sie nicht zu viel auf das Bild zu nehmen. Auch wenn die Umgebung sehr schön ist, geht oft zu viel von den Personen verloren, wenn diese zu klein im Bild sind. Dann besser zwei Fotos machen.

Ein Panoramafoto der Menschengruppe sollte immer einen Vordergrund haben - auch wenn dieser möglicherweise unscharf wird. So schaffen Sie Tiefe, auch wenn es etwas unlogisch klingt. Oft will man ja Störendes aus dem Blickfeld eliminieren.

Außerdem sollten Sie darauf achten, unbeobachtet zu bleiben. Die besten Fotos gelingen, wenn die Personen nicht merken, dass sie fotografiert werden. Andernfalls wollen sie besonders schön und interessant wirken und erreichen damit das Gegenteil. Oder sie verhalten sich unsicher. Wenn es sich aber um eine gesellige Runde handelt, ist der Fotograf bald vergessen und wenn Sie geduldig warten, bekommen Sie doch noch Ihren Schnappschuss.



Weitere Tips...

Geheimnisse Besserer Fotos

gute Diaabende Makrofotografie knipsen lernen
bessere Urlaubsbilder maximale Auflösung 1000 Kamera-Optionen
besser / anders Fotografieren Blitz richtig nutzen Licht im Dunkel
Mensch im Bild Unterwasser Tierfotografie